SCHLIESSEN

Flussgebietseinheit Rhein / Teileinzugsgebiet Issel

 

Internet-Adresse: http://www.ijssel.nrw.de
beinhaltet u. a. die „Dokumentation der wasserwirtschaftlichen Grundlagen“ (Bestandsaufnahme),
und den Zugang zum „Ergebnisbericht“ (Zusammenfassung der Dokumentation, Bestandsaufnahme)

Projektleitung und
-steuerung:

Geschäftsstelle WRRL im Staatlichen Umweltamt (StUA) Herten
Ansprechpartner: Herr Piegsa
Tel. 02366 / 807 – 111
wolfgang.piegsa@stua-he.nrw.de
  Herr Wyrwich
Tel. 02366 / 807 – 224
dietmar.wyrwich@stua-he.nrw.de
  Herr Sachs
Tel. 02366 / 807 – 232
reinhard.sachs@stua-he.nrw.de

Projektbeteiligte:

Kernarbeitskreis Ijsselmeer-Zuflüsse/ NRW:
Bezirksregierungen Münster und Düsseldorf.
StUÄ Duisburg, Herten, Krefeld und Münster.
Provinzregierungen Overijssel und Gelderland (Niederlande).
Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Kreise (vertreten durch Kreis Borken). Landwirtschaftskammer NRW.
Westfälisch-Lippischer Landwirtschaftsverband (vertreten durch Kreisverband).
Umweltverbände (vertreten durch Wassernetz NRW).
Fischereiverband NRW.
Gäste (informationshalber):
Niederländische Waterschapen, Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft
und Verbraucherschutz NRW.

2 Gebietsforen(Nordost und Südwest, nach Gewässer-Einzugsgebieten geteilt):
Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz NRW.
Bezirksregierungen Münster und Düsseldorf.
StUÄ Duisburg, Herten, Krefeld und Münster.
weitere NRW-Landesbehörden und –institutionen.
Provinzregierungen und Waterschapen der Niederlande.
Niedersächsischer Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN).
Kreise, Städte und Gemeinden.
Umwelt-, Naturschutz-, Verbraucherschutzverbände, bzw. –institutionen.
Fischerei- und Sportverbände.
Wasser- und Bodenverbände.
Landwirtschaftskammer NRW und –verbände, landwirtschaftliche Kreisverbände.
Industrie- und Handelskammer, Handwerkskammer.
Wasserversorger und große industrielle Wasserentnehmer,
sowie Dritte.

Flussgebietseinheit:

Rhein (Bearbeitungsgebiet Delta-Rhein)

Teileinzugsgebiets-
kennzahlen:

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: ca. 2180 km².
Unterirdische Einzugsgebietsgröße: 218.376 ha in NRW.
Mittlere Jahresniederschlagshöhe: 720 - 850 mm/a.
Mittlere Grundwasserneubildung: ca. 163 mm/a, entsprechend Grundwasserdargebot ca. 356 Mio. m³/a.
Höhenlage (Einzugsgebiet): ca. 12 - 165 m über NN.
Haupt-Flächennutzung: Landwirtschaftliche Nutzung ca. 73 %
  Wald, Forst ca. 15 %
  Siedlung und Siedlungsfreiflächen ca. 6 %
  Industrie, Gewerbe und Verkehr ca. 2 %

Kennzahlen zu einzelnen Flüssen:

Issel

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 360,88 km² in NRW, ca. 1208km² bis Mündung in die Ijssel (Niederlande).
Höhenlage (Gewässersohle): 11,79 – 55,54 m über NN.
Lauflänge: ca. 55 km in NRW, ca. 178 km gesamt.
Mittleres Gefälle: 0,863 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Oberlauf 0,6 – 12 m, bei Anholt 10 – 12 m.
Durchschnittliche Wassertiefe: 0,3 – 2 m.
Flächennutzung: überwiegend Landwirtschaft.
Bevölkerungsdichte: 254 Einwohner/ km².
Bevölkerung: ca. 92.000 Einwohner.
Oberirdische Einzugsgebietsgröße (Pegel Isselburg): ca. 258 km².
Mittlerer Abfluss: (MQ am Pegel Isselburg 1984-1998): 2,18 m³/s.
Mittlerer Niedrigwasserabfluss: (MNQ am Pegel Isselburg 1984-1998): 0,484 m³/s.
Mittlerer Hochwasserabfluss (HHQ am Pegel Isselburg 1984-1998): 15 m³/s.
Gewässergüte: Überwiegend Klasse II, kurze Fließstrecken Klasse II – III.
Gewässerstrukturgüte: Im Gesamtverlauf NRW überwiegend Sohle und Land Klasse 7,
Ufer Klasse 6. Klassen 1 – 3 sind nicht vorhanden.
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 2 – 23 °C, durchschnittlich 15 °C.

Bocholter Aa

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 429,41 km² in NRW, ca. 534 km² bis Mündung in die Oude Ijssel.
Höhenlage (Gewässersohle): 14,93 – 69,50 m über NN.
Lauflänge: Ca. 51 km in NRW, ca. 56 km gesamt.
Mittleres Gefälle: 0,992 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Oberster Verlauf 3 m, Oberlauf 3 – 12 m,
Mittellauf 12 – 16 m, ca. 30 m an der Grenze.
Durchschnittliche Wassertiefe: 0,3 – 2 m.
Flächennutzung: Land- und Forstwirtschaft, Industrie.
Bevölkerungsdichte: 280 Einwohner/km².
Bevölkerung: ca. 120.000 Einwohner.
Oberirdische Einzugsgebietsgröße (Pegel Rhedebrügge): ca. 242 km².
Mittlerer Abfluss: (MQ am Pegel Rhedebrügge 1959-1997): 2,72 m³/s.
Mittlerer Niedrigwasserabfluss: (MNQ am Pegel Rhedebrügge 1959-1997): 0,484 m³/s.
Mittlerer Hochwasserabfluss (MHQ Pegel Rhedebrügge 1959-1997): 29 m³/s.
Gewässergüte: Oberlauf Klasse II, im weiteren Verlauf größere Bereiche Klasse II – III.
Gewässerstrukturgüte: Oberlauf für Sohle, Land, Ufer hauptsächlich Klassen 4 – 6.
  Oberhalb Bocholt Klasse 6.
  Stadtbereich Bocholt Ufer, Land Klasse 7.
  Bis zur Grenze überwiegend Klasse 6 (Sohle, Land, Ufer).
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 1 – 28 °C, durchschnittlich 15 °C.

Schlinge

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 57,57 km², ca. 180 km² bis Mündung in Oude Ijssel.
Höhenlage (Gewässersohle): 39,13 - 53,40 mNN.
Lauflänge: ca. 14 km in NRW, ca. 54 km gesamt.
Mittleres Gefälle: 1,073 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Bis 6 m in NRW.
Durchschnittliche Wassertiefe: 0,3 – 1 m.
Flächennutzung: überwiegend Landwirtschaft, Durchfluss von Südlohn und Öding.
Bevölkerungsdichte: 210 Einwohner/km².
Bevölkerung: ca. 12.000 Einwohner.
Gewässergüte: Bis zur Grenze Klasse II.
Gewässerstrukturgüte: Gesamtverlauf bis Grenze für Sohle, Ufer, Land Klasse 5 und 6, abschnittsweise Ufer Klasse 7.
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 0 – 22 °C, durchschnittlich 14 °C.

Berkel

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 429,55 km² in NRW, ca. 792 km² gesamt bis Mündung in Ijssel.
Höhenlage (Gewässersohle): 23,80 – 127,40 m über NN.
Lauflänge: Ca. 70 km in NRW, ca. 114 km gesamt.
Mittleres Gefälle: 1,591 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Bis > 12 m in NRW.
Durchschnittliche Wassertiefe: 0,5 – 2 m.
Flächennutzung: Land- und Forstwirtschaft, Industrie, Salzbergbau.
Bevölkerungsdichte: 246 Einwohner/km2.
Bevölkerung: ca. 106.000 Einwohner.
Oberirdische Einzugsgebietsgröße (Pegel Ammeloe): Ca. 351 km².
Mittlerer Abfluss: (MQ am Pegel Ammeloe 1958-1998): 3,89 m³/s.
Mittlerer Niedrigwasserabfluss: (MNQ am Pegel Ammeloe): 0,616 m³/s.
Mittlerer Hochwasserabfluss (MHQ am Pegel Ammeloe): 33,4 m³/s.
Gewässergüte: schwankt im Bereich der Messstellen zwischen den Klassen II und II – III
Gewässerstrukturgüte: Oberlauf für Sohle, Ufer, Land Klasse 5 und 6, in Städten teilweise bis Klasse 7.
  Im Mittellauf für Sohle, Ufer, Land Klasse 4 und 5, Sohle teilweise Klasse 3.
  Unterlauf bis Grenze Klassen 5 und 6, in Vreden (Ufer) teilweise Klasse 7.
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 0 – 25 °C, durchschnittlich 17 °C.

Ahauser (Alstätter) Aa

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 150,05 km² in NRW. Ca. 352 km² bis Mündung in Ijssel.
Höhenlage (Gewässersohle): 32,55 – 59,23 m über NN.
Lauflänge: ca. 27 km in NRW, ca. 86 km gesamt.
Mittleres Gefälle: 0,988 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Bis 12 m in NRW.
Durchschnittliche Wassertiefe: 0,1 – 2 m.
Flächennutzung: Land- und Forstwirtschaft, Industrie, Salzbergbau.
Bevölkerungsdichte: 238 Einwohner/km².
Bevölkerung: ca. 36.000 Einwohner.
Oberirdische Einzugsgebietsgröße (Pegel Haarmühle): ca. 144 km².
Mittlerer Abfluss: (MQ): erst 2004 gebaut.
Mittlerer Niedrigwasserabfluss: (MNQ): erst 2004 gebaut.
Mittlerer Hochwasserabfluss: (MHQ): erst 2004 gebaut.
Gewässergüte: Oberhalb Ahaus Klasse II. Ahaus bis Brockbach Klasse II – III, von dort bis Grenze Klasse II.
Gewässerstrukturgüte: Oberlauf für Sohle, Ufer, Land Klasse 6.
  Im weiteren Verlauf abschnittsweise Klassen 3 und 4,
  Stadtbereich Ahaus Klasse 7. Bis Grenze Klasse 6.
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 0 – 25 °C, durchschnittlich 13 °C.

Dinkel

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 288,48 km² in NRW. Ca. 643 km² bis Mündung in Vechte (in Niedersachsen)
Höhenlage (Gewässersohle): 32,45 – 83,4 m über NN.
Lauflänge: ca. 41 km in NRW, ca. 87 km gesamt.
Mittleres Gefälle: 1,258 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Bis > 12 m. In NRW Oberlauf 0,5 – 2,5 m.
  Mittellauf 4 – 5 m bzw. 4 – 10 m.
  Unterlauf bis Grenze 6 – 11 m.
Durchschnittliche Wassertiefe: Oberlauf 0,1 – 0,4 m. Mittellauf 0,3 – 0,5 m bzw. 0,3 – 1,5 m. Unterlauf 0,5 – 1,5 m.
Flächennutzung: Land- und Forstwirtschaft, Industrie.
Bevölkerungsdichte: 216Einwohner/km2.
Bevölkerung: ca. 62.000 Einwohner.
Oberirdische Einzugsgebietsgröße (Pegel Gronau): ca. 183 km².
Mittlerer Abfluss: (MQ am Pegel Gronau): 1,87 m³/s.
Mittlerer Niedrigwasserabfluss: (MNQ am Pegel Gronau): 0,119 m³/s.
Mittlerer Hochwasserabfluss (MHQ Pegel Gronau 1968-1998): 20,3 m³/s.
Gewässergüte: Oberlauf Klasse III. Mittellauf Klasse II – III bzw. Klasse II.
  Unterlauf abschnittsweiser Wechsel der Klassen II – III bzw. II.
Gewässerstrukturgüte: Oberlauf für Sohle, Ufer, Land Klasse 6.
  Bis Landesgrenze Klasse 6 und abschnittsweise Klassen 4 und 5 für Sohle, Ufer, Land.
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 0 – 23 °oC, durchschnittlich 15 °C.

Vechte

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 463,68 km² in NRW ohne Dinkel. 752,16 km² in NRW mit Dinkel.
  ca. 1.805 km² in NRW und Niedersachsen. Gesamt für Vechte/ Vecht
  bis Mündung ins Zwarte Water (NL) ca.3780 km².
Höhenlage (Gewässersohle): 34,21 – 104,60 m über NN.
Lauflänge: ca. 38 km in NRW, ca. 182 km gesamt.
Mittleres Gefälle: 1,994 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Wenige dm bis > 12 m.
Durchschnittliche Wassertiefe: Wenige dm bis 2 – 3 m (im Bereich der Rückstaue).
Flächennutzung: Land- und Forstwirtschaft, versiegelte Flächen.
Bevölkerungsdichte: 198 Einwohner/km2.
Bevölkerung: ca. 92.000 Einwohner.
Oberirdische Einzugsgebietsgröße am Pegel Bilk: Ca. 178 km².
Mittlerer Abfluss: (MQ am Pegel Bilk 1957-1998): 1,97 m³/s.
Mittlerer Niedrigwasserabfluss: (MNQ am Pegel Bilk 1957-1998): 0,211 m³/s.
Mittlerer Hochwasserabfluss (MHQ am Pegel Bilk 1957-1998): 18 m³/s.
Gewässergüte: Durchgängig bis Landesgrenze Klasse II, jedoch auch AGA-Überschreitungen für TOC, Nitrat und Phosphat.
  Ab Metelen Tendenz zu kritischer Belastung wahrscheinlich durch Ausbauzustand (geringe Fließge-
  schwindigkeit, fehlende Beschattung und hohe Nährstoffbelastung bedingen stellenweise Massenbildung von
  Fadenalgen).
Gewässerstrukturgüte: Oberlauf auf 20 km noch strukturreiche, naturnahe Abschnitte und bereichsweise beginnende
  eigendynamische Prozesse. Ab Metelen für Sohle, Ufer, Land fast ausschließlich Klasse 6, in
  einigen Abschnitten für Sohle und Land auch Klasse 7 (vor allem in Ortslagen).
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 0,1 – 24 °C, durchschnittlich 12,8 °C.

Steinfurter Aa

Oberirdische Einzugsgebietsgröße: 204,39 km².
Höhenlage (Gewässersohle): ca. 35 – 125 m über NN.
Lauflänge: ca. 46 km.
Mittleres Gefälle: 1,94 ‰.
Durchschnittliche Wasserbreite (Ausbauzustand): Bis 12 m.
Durchschnittliche Wassertiefe: 0,3 – 2 m.
Flächennutzung: Land- und Forstwirtschaft, versiegelte Flächen.
Bevölkerungsdichte: 188 Einwohner/km2.
Bevölkerung: ca. 38.000 Einwohner.
Oberirdische Einzugsgebietsgröße am Pegel Wettringen, B 70: ca. 175 km².
Mittlerer Abfluss: (MQ am Pegel Wettringen, B 70 1975-1998): 1,85 m³/s.
Mittlerer Niedrigwasserabfluss: (MNQ am Pegel Wettringen, B 70 1975-1998): 0,167 m³/s.
Mittlerer Hochwasserabfluss (MHQ am Pegel Bilk 1975-1998): 23,2 m³/s.
Gewässergüte: Durchgängig Klasse II.
Gewässerstrukturgüte: Gesamtlauf überwiegend Klasse 6. Im Oberlauf Abschnitte der Klassen 3 – 4.
  Um Burgsteinfurt längere Bereiche der Klasse 4. Mündungsbereich Klasse 7.
Schwankungsbereich der Wassertemperatur: 5,4 – 22,4 °C, durchschnittlich 15,5 °C.

Bundesland übergreifende Arbeiten:

Daten- und Berichtslieferungen an die Niederlande (Federführung Bearbeitungsgebiet Delta-Rhein).
Bundesländer (Teileinzugsgebiete) an die Informationen geliefert werden: Niedersachsen (Ijsselmeer-Zuflüsse/
Niedersachsen).

Erhalt von Daten und Berichten aus den Niederlanden (Federführung Bearbeitungsgebiet Delta-Rhein).
Bundesländer (Teileinzugsgebiete) von denen Informationen empfangen werden: Niedersachsen (Ijsselmeer-Zuflüsse/
Niedersachsen).

Projektbeginn:

Februar 2001
Auftaktveranstaltung am 21.02.01
Konstituierende Sitzung des Kernarbeitskreises Issel am 20.03.01

Projektphasen:

Vorplanung.
Bestandsaufnahme.
Monitoring.
Umweltziele und Defizitanalyse.
Maßnahmenplanung.
Aufstellung Bewirtschaftungsplan.
Überprüfung und Fortschreibung des Maßnahmen- und Bewirtschaftungsplanes.

Aktuelle Bearbeitungsphase: Monitoring.

Projektbesonderheiten

  • Das Arbeitsgebiet Ijsselmeer-Zuflüsse/ NRW ist ein alter ländlicher Kulturraum, mit stetiger Anpassung der natürlichen Gewässer an die fortschreitende Besiedlung und intensivere Nutzung sowie der Neuanlage von Gewässersystemen zur Erschließung des ländlichen Raumes. Anforderungen der Landwirtschaft und Hochwassersituationen in den Ortslagen haben in den 50er und 60er Jahren des 20. Jahrhunderts zu den letzten größeren Ausbaumaßnahmen an den Gewässern geführt.
  • Die landwirtschaftliche Nutzung wurde teilweise bis auf die Böschungsoberkanten der Gewässer erweitert, was im Zusammenhang mit Drainagen zu einem erhöhten Eintrag von Nährstoffen und Pflanzenschutzmittel beiträgt.
  • Die Gewässer sind durch zahlreiche Querbauwerke in Form von Wehren und Sohlabstürzen staureguliert. Die Querbauwerke sind bezüglich der ökologischen Gewässerdurchgängigkeit zu prüfen und ggf. zu verändern.
  • In den Siedlungs- und Außenbereichen besteht einerheblicher Nutzungsdruck auf noch freie, ungenutzte Flächen an den Gewässern.
  • Einleitungen aus kommunalen und gewerblichen Kläranlagen sowie aus Misch- und Regenkanalisation bilden die zweite Hauptursache für die Nährstoffbelastung der Gewässer.
  • Längere Deichstrecken gibt es im Arbeitsgebiet an der Issel und der Bocholter Aa. Die Vechte ist auf einigen hundert Metern eingedeicht.
  • Die Unterhaltung der Gewässer ist in erster Linie nutzungsorientiert (Sicherung des Abflusses, Vorflut für Drainagen und Abwassereinleitungen).
  • Die Strukturgüte für weite Gewässerstrecken liegt deutlich unter den mittleren Strukturgüte-Wertigkeiten. Kleine Bereiche naturnahher bzw. –belassener Gewässerabschnitte belegen aber das hohe strukturelle Verbesserungs- potential. Seit ca. 15 Jahren werden Konzepte und konkrete Planungen zur strukturellen Entwicklung der Gewässerauen erstellt (z. B. Berkel-Auenkonzept im Rahmen des Gewässerauenkonzeptes NRW). Konzepte zur naturnahen Entwicklung der Fließgewässer (KNEF) wurden und werden fast flächendeckend an den größeren Gewässern des Arbeitsgebietes aufgestellt aber bislang nur zögerlich umgesetzt.
  • Die Trinkwasser- und gewerbliche Wasserversorgung erfolgen überwiegend aus dem Grundwasserdargebot. Insgesamt werden von 32 Grundwassergewinnungsanlagen für die öffentliche Wasserversorgung jährlich ca. 23 Mio. m³ und für die gewerbliche Wasserversorgung jährlich ca. 22 Mio. m³ Grundwasser entnommen. Dazu sind bereits 22 Wasserschutzgebiete ausgewiesen worden und weitere im Verfahren/ Planung.
  • Besonderheiten Wasserführung/ Grundwasserverhältnisse: Im Einzugsgebiet der Issel tritt Grundwasser vom westlichen Teilgebiet in das Einzugsgebiet des Rheins über (Unterströmung der Issel im Bereich von Wasserwerken). Ein Übertritt von Oberflächenwasser erfolgt bei bestimmten Abflussverhältnissen von der Bocholter Aa über die Heggen Aa zur Issel.
  • Die Wasserkraftnutzung ist von untergeordneter Bedeutung. Es besteht Interesse an einer Fortführung und Wiederbelebung alter Kraftwerke.
  • Rohstoffgewinnung findet in Form von Bohrlochsohlung im nordwestlichen Arbeitsgebiet statt. Vereinzelt bestehen Abgrabungen von Kalkstein. Im südlichen Arbeitsgebiet tritt vermehrt Sand- und Kiesabbau auf.
  • Freizeitnutzung beschränkt sich an den Oberflächengewässern im Wesentlichen auf Freizeitfischerei, stille Erholung und Kanu-/ Floßfahrten. Badenutzung findet in größerem Umfang an sechs ausgewiesenen Badegewässern statt.
  • Es besteht eine größere Anzahl an grundwasserabhängigen Feuchtbiotopen, von denen 28 als FFH-Gebiete ausgewiesen sind. Risiken durch Grundwasserentnahmen bestehen für diese Gebiete nicht.